Schülerzeitung mit Qualität und Anspruch

75 Namen stehen auf der vierten Seite der aktuellen Ausgabe der Schülerzeitung "PEERplus" des Egbert-Gymnasium-Münsterschwarzach (EGM). Unter ihnen zwei Lehrer als Betreuer sowie 16 Schülerinnen und Schüler des Filmteams – das "plus" im "PEER". Sie alle sind an der Schülerzeitung beteiligt. Redaktion, Layout, Fotografie, Illustration, Anzeigen: Das zweimal jährlich erscheinende Magazin beweist nicht nur durch die personelle Besetzung, dass es sich von anderen Schülerzeitungen abhebt. In diesem Jahr wurde es als beste Schülerzeitung ausgezeichnet. Erst bayernweit, dann bundesweit. Und das ausgerechnet für eine Ausgabe, deren Titelthema für eine Klosterschule provokant erscheint: "Ehe für alle?".

Ein Blick in die prämierte Ausgabe vom Februar 2018 zeigt hervorragende journalistische Arbeit. Ein Interview mit dem Generalvikar des Erzbistums Bamberg, der sich gegen die Ehe für alle ausspricht, ein evangelischer Pfarrer als Befürworter, ein Jurist, der das Gesetz bewertet sowie zwei Kommentare von Schülerinnen, die das Pro und Contra abbilden. Die Ausgewogenheit ein solches Thema abzubilden ist kein Zufall.

Wöchentlich diskutiert Lehrer Reinhard Klos mit den Schülerinnen und Schülern der 11. Klasse im Projektseminar mögliche Ideen, vergibt Themen und legt dabei einen hohen Qualitätsmaßstab an. Zweimal im Jahr findet außerdem ein Schülerzeitungsworkshop über drei Tage auf Kloster Banz statt. "Wenn wir nicht nach Banz gehen, würde es wahrscheinlich nicht klappen. Dort entstehen auch viele Titelthemen", erklärt Chefredakteurin Paulina Issig, die für das Layout verantwortlich ist.

Seit der 7. Klasse ist die mittlerweile 17-Jährige im Schülerzeitungsteam. Ihre Arbeit beginnt, wenn die Redaktion fertig ist. Nachtschichten während der Seminartage sind dann nicht ausgeschlossen. Und auch einiges an Freizeit geht für die Arbeit drauf. "Sowas muss man einfach gerne machen. Es macht mir nichts aus, meine Freizeit dafür zu opfern, da ich großen Spaß daran habe."

Dieser Spaß am Schreiben hat auch Jannika Lechner dazu gebracht, Mitglied der Schülerzeitungsredaktion zu werden. In jeder Ausgabe schreibt sie einen Artikel – ebenfalls seit der 7. Klasse. Waren es anfangs noch Interviews, weil "die auch einfacher sind", sind es nun eher Kommentare, die aus ihrer Feder stammen. Auch das Layouten hat sie mitgelernt: "Hin und wieder layoute ich dann einen Artikel und auf Kloster Banz helfe ich dort auch immer wieder mit." Der Zeitaufwand neben der Schule für Recherche, Schreiben und Überarbeiten stört auch Jannika nicht. Am Ende zählt das Ergebnis.

Dass dieses nicht nur gut, sondern ausgezeichnet ist, liegt für Paulina vor allem am großen Team: "Auch durch die Jüngeren ab der 7. Klasse haben wir eine riesige Informationsvielfalt." – "Wir haben deshalb auch ein breites Band an Themen und Interessen abgedeckt", betont Jannika. Doch nicht alles in "PEERplus"ruft nur Zufriedenheit hervor. Ein Thema: die Anzahl der Anzeigen. Doch ohne geht es nicht.Die Schülerzeitung will sich finanziell selbst tragen. Zuschüsse braucht sie nicht, auch um unabhängig zu sein.

Sämtliche Kosten, wie etwa der Druck, können nicht nur durch den Verkauf mit einem Preis von drei Euro gedeckt werden. Der 16-jährige Jonathan Reuß ist für den Anzeigenverkauf mitverantwortlich. Und leicht ist das nicht immer. "Das Anwerben neuer Kunden ist immer ein Bestandteil unserer Arbeit. Wir haben zwar viele feste Partner, allerdings manche, die nur solange eine Anzeige schalten, wie das eigene Kind in der Schule ist. Wenn die Kinder die Schule verlassen, verlieren wir diese Unternehmen und brauchen neue Kunden."

An vielen Stellen zeigen sich die Gemeinsamkeiten mit Magazinen oder Zeitungen, die im regulären Markt erscheinen. Auch Redaktionskonferenzen ähneln sich: Aus einem Themenvorschlag entfacht sich plötzlich eine hitzige Diskussion. "Aber geradedeshalb erkennt man, dass ein Thema gerade wichtig ist. Da kommen manchmal ganz neue Themen zustande."

Eine für die Schüler wichtige Person ist dabei vor allem Lehrer Reinhard Klos. Er lenkt die Debatten, identifiziert Themen und gibt Denkanstöße, die zu neuen Themen führen. "Er sagt bei vielen Artikeln, was man noch ändern könnte und ist deshalb daran beteiligt, dass unsere Qualität so hoch ist", sagt Jonathan. Jannika ergänzt: "Herr Klos hält unsere Gruppe zusammen, auch als Autoritätsperson."

Seit knapp 15 Jahren leitet er die Schülerzeitung und bringt sie weiter voran. Der Schritt vom Schwarz-Weiß-Heft bis zum heutigen farbigen Hochglanzmagazin, das in der klostereigenen Druckerei Benedict Press gedruckt wird, geht auf ihn zurück.

Doch die Schülerzeitung hat sich noch weiter entwickelt: Seit drei Jahren ist sie nicht mehr nur reines Printprodukt. Über QR-Codes lassen sich digitale Zusatzangebote wie Videos und Podcasts des Filmteams unter der Leitung von Lehrer Martin Pohl auf einem YouTube-Kanal abrufen. Die Klick- und Abonnentenzahlen zeigen: Auch hier ist "PEERplus" ein voller Erfolg.

Hintergrund

Die Schülerzeitung "PEERplus" ist ein zweimal jährlich erscheinendes Magazin, das in allen Bereichen von Schülerinnen und Schülern des Egbert-Gymnasiums-Münsterschwarzach (EGM) gestaltet wird. Im Februar wurde "PEERplus" als die beste Schülerzeitung Deutschlands unter rund 1.900 Einsendungen ausgewählt. Das Preisgeld ist mit 1.000 Euro dotiert. Im Rahmen der Preisverleihung in Berlin dürfen die jungen Redakteurinnen und Redakteure vom 20.-21. Juni auch an Workshops teilnehmen.

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