Fackeln, Feuer, Beten: Auf dem Weg des Lebens

Gemeinsam auf dem Weg des Lebens sein. Diese Erfahrung durften wir, Junges Münsterschwarzach, gemeinsam mit vielen anderen Menschen, egal ob jung oder alt, auf dem Schwanberg machen. Sprichwörtlich. In der Nacht des Lebens.

Wir trafen uns kurz nach acht in Münsterschwarzach an der Abtei. Gemeinsam wollten wir uns auf den Weg zum Schwanberg zur Nacht des Lebens machen, die Junges Münsterschwarzach gemeinsam mit dem Geistlichen Zentrum Schwanberg und dem Casteller Ring veranstaltet. Im Bus herrschte ausgelassene Stimmung, denn trotz der späten Stunde war eine Vorfreude auf die kommenden Stunden spürbar. Mit im Gepäck: unzählige Fackeln, die uns später den Weg auf unserer Wanderung erhellen sollten.

Viel zu früh an der Kirche des evangelischen Frauenklosters angekommen, hatten wir noch Zeit für ruhige Minuten in der Kirche, lustige Gespräche und kleine Vorbereitungen.
Um neun Uhr startete unser Weg in der Kirche mit Begrüßungsworten und einem Lied. Ein kurzer Blick auf die rund 40 Teilnehmer zeigte: dieses Thema ist für alle Altergruppen relevant. Dick eingepackt und manch einer sogar mit großem Verpflegungsrucksack.

Die nächste Station stellte den Anfang unserer Fackelwanderung da: Am Taufbecken im Innenhof neben der Kirche wurden die Fackeln verteilt und mit dem Lied "Laudate omnes gentes" machten wir uns auf den Weg in die Dunkelheit. In eine ziemlich windige Dunkelheit. Unsere Osterkerze, die uns voranging, musste etliche Male wieder entzündet werden (wir haben vier mal gezählt) und auch so manche Fackel hatte schwer zu kämpfen. War sie aber dann doch mal ausgegangen, konnte man sich auf die Hilfe der anderen verlassen.

Diese Gruppe, die da unterwegs war, war besonders. Man kannte sich nicht, sah durch die Dunkelheit nicht unbedingt, wer neben einem ging und doch fühlte man sich aufgehoben. An den folgenden Stationen wurden Bibelstellen vorgelesen, kleine Meditationen angeleitet oder zum Nachdenken angeregt. Dennoch: es herrschte eine angenehme Atmosphäre zwischen Besinnung und guten sowie unterhaltsamen Gesprächen. Am See vorbei, über den Keltenwall und durch den Friedwald. Unser Weg führte einmal über den Schwanberg - und das, obwohl wir kaum zwei Meter in die Nacht blicken konnten.

Das Ziel unserer kleinen Wanderung lag auf dem Aussichtsplateau: Eng um ein kleines Lagerfeuer gedrängt, mit dem Ausblick auf das nächtliche Mainfranken, sangen wir "Und bis wir uns wieder sehen" und beteten gemeinsam das Vater Unser.

Wer auf dem Weg ist braucht Stärkung. Diese konnten wir uns im Anschluss in Form von Kinderpunsch, Keksen und einem Einzelsegen holen. Wunderbare Minuten, in denen man schnell vergessen hatte, dass es durch den Wind doch ein wenig frisch war. Um kurz vor zwölf machten wir uns wieder auf dem Heimweg. Irgendwie erfüllt von diesen schönen Stunden, aber auch müde. So, wie das Leben eben ist: meist wunderschön, aber auch ziemlich anstrengend.

„Halloween“ war ursprünglich christlich, nämlich als „All hallows evening“, der Vorabend zum Hochfest von Allerheiligen. Wie in den kirchlichen Traditionen üblich beginnt ein Festtag schon am Vorabend. Die Gläubigen beten und feiern sich schon am Abend vorher in das Festgeheimnis hinein, in diesem Fall die Be-Ruf-ung zur ganzen menschlich-göttlichen Person, ein ganzer, „gerechter“, heiliger Mensch zu sein, der vom göttlichen Licht erfüllt und durchdrungen ist und hier auf der Erde schon in der Ver-Bund-enheit mit Gott, der Schöpfung, allen Lebenden und Toten lebt. Gerade in der Zeit des Übergangs zur dunklen Jahreszeit oder in der dunklen Zeit überhaupt werden die Menschen auch mit ihren eigenen Dunkelheiten, Unwägbarkeiten, Ängsten und Unsicherheiten konfrontiert. Die tiefe Kraft der christlichen Botschaft entfaltet sich in der Konfrontation mit den Dunkelheiten des Lebens, um gerade darin das Licht Gottes, das Licht Jesu Christi aufleuchten zu sehen. Die Erfahrung des göttlichen Lichtes möchte uns hell machen, heil und ganz – heilig.

Von Katharina Gebauer und P. Jesaja Langenbacher OSB

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