Aschermittwoch
 
Die Fastenzeit ist gleichsam ein Frühjahresputz für die Seele. Das Aschenkreuz lädt uns dazu ein, diese Zeit bewusst zu beginnen und als Chance zu nutzen, unser Leben zu reinigen, umzudenken, umzukehren und durch das Betrauern an die eigene Kraft und an das Potenzial unserer Fähigkeiten zu gelangen. Dann wird es eine gesegnete, heilende und heilsame Zeit für uns werden.
 
(Pater Anselm Grün).
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23.02.2012
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TAGESHEILIGER

Polykarp von Smyrna

Bischof von Smyrna, Märtyrer, Apostolischer Vater
* um 69
† 155 oder 156 in Smyrna, dem heutigen Izmir in der Türkei
 
Polykarp, in der ersten Hälfte des 2. Jahrhunderts Bischof von Smyrna, gilt als Schüler des Apostels Johannes. Er stand in Verbindung mit bekannten Leuten wie Ignatius von Antiochien, mit dem er 116 zusammentraf und von dem er Briefe empfing. Irenäus von Lyon war sein Schüler. Er vertrat die Kirchen Kleinasiens auf Zusammenkünften mit dem römischen Bischof Anicetus, wobei ergebnislos über den Zeitpunkt des Osterfestes verhandelt wurde.
 
Zeitgenossen sahen in Polykarp "einen Fels in der Brandung", einen glaubensfesten Mann, wie er in den damals unruhigen Zeiten gebraucht wurde. Deshalb zählt er zu den Apostolischen Vätern, den Säulen der Kirchengeschichte. Sein Hauptanliegen war, die junge Gemeinde mit all ihren suchenden, auch auseinander strebenden Tendenzen zusammenzuhalten und zu einen. Er ermutigte seine Gemeinde, am Glauben festzuhalten auch um den Preis eines Martyriums.
 
Diesen Preis musste Polykarp selbst zahlen: er wurde verhaftet, wobei er - wie Eusebius von Cäsarea erichtet - die Gelegenheit zu fliehen verstreichen ließ, um Gottes Willen zu gehorchen und den Häschern in seinem Haus sogar ein Gastmahl bereitete. Auf Verlangen der Menge wurde er dann im Circus vorgeführt und ihm der Prozess gemacht. Der Proconsul weigerte sich, Polycarp von Tieren zerfleischen zu lassen, weil dieser Programmpunkt bereits beendet sei, aber er erlaubte, Polycarp zu verbrennen. Das Volk nahm dies umgehend in die Hand; inmitten der johlenden Menge wurde er auf einem Scheiterhaufen verbrannt. Der Legende nach konnten die Flammen ihm nichts anhaben, ein Wohlgeruch stieg vom Scheiterhaufen auf. Schließlich musste man Polykarp mit einem Dolch erstechen..
 
Christen bestatteten Polykarp und begingen von da an den Gedenktag an seinem Grab.
TAGESLESUNG

Dtn 30,15–20

Hiermit lege ich dir heute das Leben und das Glück, den Tod und das Unglück vor.
Wenn du auf die Gebote des Herrn, deines Gottes, auf die ich dich heute verpflichte, hörst, indem du den Herrn, deinen Gott, liebst, auf seinen Wegen gehst und auf seine Gebote, Gesetze und Rechtsvorschriften achtest, dann wirst du leben und zahlreich werden und der Herr, dein Gott, wird dich in dem Land, in das du hineinziehst, um es in Besitz zu nehmen, segnen.
Wenn du aber dein Herz abwendest und nicht hörst, wenn du dich verführen lässt, dich vor anderen Göttern niederwirfst und ihnen dienst -
heute erkläre ich euch: Dann werdet ihr ausgetilgt werden; ihr werdet nicht lange in dem Land leben, in das du jetzt über den Jordan hinüberziehst, um hineinzuziehen und es in Besitz zu nehmen.
Den Himmel und die Erde rufe ich heute als Zeugen gegen euch an. Leben und Tod lege ich dir vor, Segen und Fluch. Wähle also das Leben, damit du lebst, du und deine Nachkommen.
Liebe den Herrn, deinen Gott, hör auf seine Stimme und halte dich an ihm fest; denn er ist dein Leben. Er ist die Länge deines Lebens, das du in dem Land verbringen darfst, von dem du weißt: Der Herr hat deinen Vätern Abraham, Isaak und Jakob geschworen, es ihnen zu geben.
TAGESEVANGELIUM

Lk 9,22–25

Und er fügte hinzu: Der Menschensohn muss vieles erleiden und von den Ältesten, den Hohenpriestern und den Schriftgelehrten verworfen werden; er wird getötet werden, aber am dritten Tag wird er auferstehen.
Zu allen sagte er: Wer mein Jünger sein will, der verleugne sich selbst, nehme täglich sein Kreuz auf sich und folge mir nach.
Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, der wird es retten.
Was nützt es einem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, dabei aber sich selbst verliert und Schaden nimmt?